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125 Jahre Anton Richter – Heimat ohne Pathos Gedenkausstellung in Kirchenlamitz

9. Oktober @ 08:00 13. November @ 18:00

Gedenkausstellung · Kirchenlamitz · 09.10.–13.11.2026

Anton Richter Heimat ohne Pathos

Anton Richter malte das Fichtelgebirge nicht als Postkartenidylle. Ihn interessierten Landschaft, Tiere und Menschen so, wie sie ihm begegneten: genau beobachtet, nah am Alltag und mit einem besonderen Gespür für Farbe und Bewegung.

Anton Richter Ende der 1950er-Jahre
Anton Richter, Ende der 1950er-Jahre. Bild freigegeben durch die Familie Richter.

Die Ausstellung

Ein Künstler der Region – neu gesehen.

Vom 9. Oktober bis 13. November 2026 widmet der Förderverein Wilsbergensis e.V. Anton Richter eine Gedenkausstellung im Goldner Löwe in Kirchenlamitz. Gemeinsam mit der Stadt Kirchenlamitz werden rund 40 ausgewählte Arbeiten präsentiert – darunter selten gezeigte Leihgaben.

Zu sehen sind Landschaften, Tierdarstellungen, Menschen und Szenen des Alltags. Dabei geht es nicht nur um einen Rückblick auf Richters Werk. Die Ausstellung fragt auch danach, wie wir heute auf „Heimat“ schauen: als Ort von Erinnerung und Zugehörigkeit, aber ohne Verklärung und ohne politische Vereinnahmung.

Der Eintritt ist frei. Spenden zur Unterstützung der Kulturarbeit sind willkommen.

Zeitraum 09. Oktober
bis 13. November 2026
Umfang Rund 40 ausgewählte Werke
Ort Goldner Löwe
Kirchenlamitz
Eintritt Frei
Spenden willkommen

Warum „Heimat ohne Pathos“?

Heimat kann Nähe, Erinnerung und Zugehörigkeit bedeuten. Sie kann aber auch vereinnahmt und politisch aufgeladen werden. Die Ausstellung setzt genau dort an – über Kunst, Biografie und regionale Geschichte.

Anton Richters Motive sind eng mit seiner Umgebung verbunden, ohne sie zur Idylle zu machen. Seine Bilder zeigen eine Heimat, die erlebt und beobachtet wird: Landschaften, Arbeitswelten, Tiere, Menschen und alltägliche Situationen.

Gleichzeitig fällt Richters Lebensweg in eine Künstlergeneration, deren Biografien durch Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg tief eingeschnitten wurden. Die Ausstellung nimmt diesen historischen Hintergrund ernst und lädt dazu ein, über künstlerische Freiheit, Erinnerung und einen offenen Heimatbegriff ins Gespräch zu kommen.

Kurzbiografie

Anton Richter
1900–1962

Anton Richter wurde am 31. Dezember 1900 in Schwarzenbach an der Saale geboren. Seine künstlerische Ausbildung begann zunächst autodidaktisch. Von 1920 bis 1923 nahm er an einem Fernkurs für Malen und Zeichnen teil.

1938 ermöglichte ihm ein Stipendium der Albrecht-Dürer-Stiftung den Besuch der Akademie der Bildenden Künste München. Von 1939 bis 1941 studierte er dort bei Professor Adolf Schinnerer.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Richter eingezogen und war bis 1945 als Sanitätssoldat in Albanien eingesetzt. Auch aus dieser Zeit sind Zeichnungen und Studien überliefert. Nach dem Krieg kehrte er nach Schwarzenbach an der Saale zurück und arbeitete freischaffend.

Richter gehörte unter anderem dem Fränkischen Künstlerbund, der Freien Gruppe Bayreuth und der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft an. Seine Arbeiten wurden seit 1949 regelmäßig in München gezeigt. In den späten 1950er-Jahren kamen größere Wandmalerei-Aufträge hinzu. 1958 erhielt er die Jean-Paul-Medaille für besondere Leistungen auf künstlerischem Gebiet. Anton Richter starb am 24. März 1962 in Schwarzenbach an der Saale.

1900
Geboren in Schwarzenbach an der Saale.
1920–23
Fernkurs für Malen und Zeichnen; künstlerische Ausbildung zunächst autodidaktisch.
1938
Stipendium der Albrecht-Dürer-Stiftung; Besuch der Akademie der Bildenden Künste München.
1939–41
Studium bei Prof. Adolf Schinnerer in München.
1941–45
Kriegseinsatz als Sanitätssoldat; Zeichnungen und Studien entstehen auch in Albanien.
ab 1945
Freischaffender Künstler in Schwarzenbach an der Saale.
1958
Verleihung der Jean-Paul-Medaille.
1961
Große Wandgestaltung in der Klinik Herzoghöhe in Bayreuth.
1962
Gestorben am 24. März in Schwarzenbach an der Saale.
Kunsthistorisch lässt sich Richter nicht sinnvoll auf ein einziges Etikett reduzieren. Sein Werk wird im Umfeld von Spätimpressionismus, expressivem Realismus und der sogenannten „Verschollenen Generation“ diskutiert. Die Ausstellung greift diese Einordnung auf, ohne daraus eine starre Schublade zu machen.
01

Landschaft

Fichtelgebirge und fränkische Umgebung – beobachtet statt idealisiert.

02

Mensch & Alltag

Arbeit, Bewegung und alltägliche Situationen als wiederkehrende Motive.

03

Tier & Bewegung

Besonders Pferde und Reiter zeigen Richters Interesse an Bewegung und Körpersprache.

04

Zeichnung & Studie

Skizzen und Studien geben einen direkten Einblick in seine genaue Beobachtung.

Vernissage · 09. Oktober 2026 · 18:00–20:00 Uhr

Eröffnung & Gäste

Die Ausstellung wird am Freitag, 9. Oktober 2026, um 18:00 Uhr eröffnet. Für die Vernissage sind Vertreterinnen und Vertreter aus Kommune, Landkreis und Kunstvermittlung angekündigt.

Erster Bürgermeister · Stadt Kirchenlamitz

Jens Büttner

Jens Büttner ist Erster Bürgermeister der Stadt Kirchenlamitz. Die Stadt begleitet die Ausstellung als kommunaler Kooperationspartner und stellt mit dem Goldner Löwe einen zentralen Kultur- und Begegnungsort zur Verfügung.

Zur Stadt Kirchenlamitz

Stellvertretende Landrätin · Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge

Martina von Waldenfels

Martina von Waldenfels ist stellvertretende Landrätin des Landkreises Wunsiedel im Fichtelgebirge. Bei der Vernissage vertritt sie den Landkreis und den regionalen Blick auf Kultur, Erinnerung und gesellschaftliches Engagement.

Zum Landkreis Wunsiedel

Kunsthistorikerin · Kunstmuseum Bayreuth

Dr. Beatrice Trost

Dr. Beatrice Trost ist Kunsthistorikerin und in der Kunstvermittlung des Kunstmuseums Bayreuth tätig. Sie leitet dort Führungen und kunsthistorische Vermittlungsangebote und bringt den fachlichen Blick auf Anton Richter und sein Umfeld ein.

Kunstmuseum Bayreuth

Besuch

Alle Informationen auf einen Blick.

Ausstellung
09. Oktober bis 13. November 2026
Vernissage
Freitag, 09. Oktober 2026 · 18:00–20:00 Uhr
Mittwoch
15:30–17:30 Uhr
Freitag
15:30–17:30 Uhr
Samstag
10:00–16:00 Uhr std. Führung
Eintritt
frei · Spenden willkommen
Adresse
Goldner Löwe · Marktplatz 10 · 95158 Kirchenlamitz
Veranstalter
Förderverein Wilsbergensis e.V. in Kooperation mit der Stadt Kirchenlamitz
Demokratie
leben!

Gefördert im Bundesprogramm

Kunst als Ausgangspunkt für Gespräch und Erinnerung.

Die Ausstellung verbindet regionale Kunstgeschichte mit Fragen, die bis in die Gegenwart reichen: Was bedeutet Heimat? Wie verändern Diktatur und Krieg künstlerische Biografien? Und warum braucht eine demokratische Gesellschaft freie Kunst und offene Diskussion?

Die Veranstaltung wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

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Anton Richter online entdecken.

Wer vor oder nach dem Ausstellungsbesuch tiefer einsteigen möchte, findet hier seriöse Seiten zu Anton Richter, seinem künstlerischen Umfeld und zum Veranstaltungsort.