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Arthur Eichengrün – Buchvorstellung 20.04.2024

Veranstaltung:
20.04.2024 19:30 Uhr
Antiquariat Wilsbergensis
95163 Weißenstadt
VV: 10 ABK:15€
VV in auch in der Touristinformation

Signiertisch und Bücherverkauf

Veranstalter:
Förderverein Wilsbergensis e.V.
Kontakt


Buchvorstellung

Arthur Eichengrün

Ulrich Chaussy – Herder Verlag

Hitlers außergewöhnlichster Nachbar

Bei der Recherche über das Dorf Obersalzberg, den Wohnort und zweiten Regierungssitz Hitlers in der Nähe von Berchtesgaden, stößt Ulrich Chaussy Ende der achtziger Jahre auf Arthur Eichengrün. Wer war dieser völlig vergessene jüdische Nachbar Hitlers am Obersalzberg? In drei Jahrzehnten Recherche rekonstruiert Chaussy Eichengrüns Biografie und entdeckt einen der bedeutendsten Chemiker und Erfinder der Kaiserzeit und der Weimarer Republik wieder: Eichengrün ist Forscher, Erfinder und Unternehmer in Personalunion. Er synthetisiert Kokain, erfindet das weltweit meistgenutzte Antigonorrhoicum Protargol. Und wir verdanken ihm das Aspirin. Er erfindet den unbrennbaren Kinofilm, biegsame Schallplatten, revolutioniert mit seinem Cellon-Spannlack den Bau der stoffbespannten Flugzeuge und Zeppeline. Noch 1929 wird er mit einem Dr. h.c. als „Vater der Acetylcellulose“ geehrt. Ab 1933 gelten all seine Verdienste nichts mehr.  Er verliert seine Firma, allen Besitz und wird aus der Geschichte herausgeschrieben. Plötzlich ist der assimilierte Patriot Eichengrün für Antisemiten von Hermann Göring, mit dem er in Berlin sieben Jahre unter einem Dach lebt, bis zum kleinsten Rädchen des Nazi-Apparates nur noch eines: Jude. Deportiert ins KZ Theresienstadt muß der große Chemiker erkennen, dass er eines nicht umformen und synthetisieren konnte: Eine Identität, die ihn vor dem Rassenwahn der Nationalsozialisten hätte schützen können. Eichengrün überlebt das KZ. An sein früheres Leben und seine Erfolge kann er nicht mehr anknüpfen. Chaussy nimmt den Leser mit auf seine Recherchen. Er erzählt das Leben eines ungewöhnlichen Menschen, seiner Familie und seiner Zeit. Und er erweckt ihn zum Leben: Eichengrün meldet sich in Zwischenrufen zu Wort. Chaussy schreibt Arthur Eichengrün, diesen großen Erfinder und Wissenschaftler, fulminant zurück ins kollektive Gedächtnis.

Ulrich Chaussy

Ulrich Chaussy, geb. 1952, war jahrzehntelang vor allem im Bayerischen Rundfunk als Autor und Moderator tätig. Seine Bücher über das Oktoberfestattentat oder den Obersalzberg basieren auf wegweisenden Recherchen und erleben zahlreiche Auflagen. Er wurde für seine Arbeit als investigativer Journalist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Publizistikpreis der Landeshauptstadt München, dem Leuchtturm-Preis, der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber und dem Bundesverdienstkreuz.

Auszug aus der Website von Ulrich Chaussy :

Biographie

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Ulrich Chaussy wurde 1952 in Karlsruhe geboren. Wittelsbacher Gymnasium in München, 1972 bis 1978 Studium der Germanistik und Soziologie (MA) in München. Ab 1976 Hörfunkjournalist für die ARD und Autor von Sachbüchern, CD-ROMs, Filmen und Web-Features. Seit Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre intensive Beschäftigung mit Rechtsextremismus und Neonazismus. In dem Buch „Oktoberfest. Ein Attentat“ (1985), ausgezeichnet mit dem Internationalen Publizistikpreis des ORF und der Stadt Klagenfurt, setzte sich Chaussy kritisch mit der Alleintätertheorie der Ermittlungsbehörden auseinander und schildert den rechtsextremistischen Hintergrund des blutigsten Terroranschlags in der Geschichte der BRD, über den er seither eine Vielzahl von Publikationen verfasst hat, zuletzt gemeinsam mit Daniel Harrich das Drehbuch zu dem Spielfilm „Der blinde Fleck“, der 2013 beim Filmfest München uraufgeführt wurde. Zum Kinostart des Films im Januar 2014 legte Chaussy die Fortschreibung seiner Recherchen auch wieder als Buch vor, unter dem Titel „Oktoberfest. Das Attentat. Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann“, erchienen im Verlag Christoph Links, Berlin.

1995 erschien erstmals: „Nachbar Hitler. Führerkult und Heimatzerstörung am Obersalzberg“ (zusammen mit dem Fotografen Christoph Püschner), ferner die CD-ROM „Die Weiße Rose“ (1995, ausgezeichnet mit dem Prix Moebius International des französischen Kulturminsteriums). 2005 ist Chaussy (zusammen mit Marieke Schroeder) Autor des Dokumentarfilms „Sophie Scholl – Allen Gewalten zum Trotz“). 2013 erschien der gemeinsam mit Gerd R. Ueberschär verfasste Band „Es lebe die Freiheit. Die Geschichte der Weißen Rose und ihrer Mitglieder in Dokumenten und Berichten“.

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Chaussy ist Mitinitiator eines Bürgerbegehrens gegen die Schließung von Stadtbibliotheken in München und engagiert sich seither als Vorsitzender des Fördervereins „Bücher & mehr“ der Münchner Stadtbibliothek.1983 erschien Chaussys Biographie des Sprechers der Studentenbewegung „Die drei Leben des Rudi Dutschke“ erstmals in der alten Bundesrepublik beim Luchterhand-Verlag in Darmstadt. 1993, nach Einsicht in bis dahin nicht zugängliche Archivunterlagen der ehemaligen DDR brachte Ulrich Chaussy eine ergänzte und überarbeitete Fassung von „Die drei Leben des Rudi Dutschke. Eine Biographie“ im Christoph-Links Verlag Berlin heraus. Als sich westdeutsche Archive Mitte der 10er Jahre öffneten, ließen sich neue Quellen über Dutschke erschließen – wie zum Beispiel seine Personenakte beim Westberliner Landesamt für Verfassungsschutz. Daraus wurde das erheblich erweiterte Buch „Rudi Dutschke. Die Biographie“.

Ich beschäftige mich gerne intensiv und, wenn es sein muss, über lange Zeit mit Themen, die mich faszinieren. Auf sie gestoßen bin ich durch meine Arbeit als Hörfunkjournalist. So im Sommer 1979, als ich für das BR-Jugendmagazin „Zündfunk“ Rudi Dutschke interviewte – ein halbes Jahr vor seinem frühen Tod. Was ich bei der Recherche über ihn fand, war auch in den komfortabelsten Radioformaten nicht unterzubringen. Und so wurde nach dreijähriger Arbeit ein Buch daraus. Das Interesse an der Person und an der Geschichte der Revolte blieb.
Auch im Fall der „Weissen Rose“ war die Begegnung mit überlebenden „Teilnehmern“ (so nannten sie sich selbst, nie „Mitglieder“) ausschlaggebend, eine Beziehung zu diesem Thema zu entwickeln. Dass noch viele Mitkämpfer, Freunde und Angehörige von Alexander Schmorell, Willi Graf, Hans und Sophie Scholl und Ihren Freunden lebten, erfuhr ich 1977 von Franz Josef Müller, einem überlebenden Teilnehmer und Gründer der „Weissen Rose – Stiftung“. Also habe ich so viele biographische Interviews wie möglich geführt – natürlich neben den normalen, archivalischen Recherchen, die man bei historischen Themen unternehmen kann und muss. Das galt auch für die Arbeitsweise bei „Nachbar Hitler. Führerkult und Heimatzerstörung am Obersalzberg – ein Buch, dem ich seit dem ersten Erscheinen 1995 bis zur derzeit 8. Auflage, die 2017 erschienen ist, immer neue Kapitel hinzufügen konnte.

Bücher & Publikationen:

Ulrich Chaussy

Arthur Eichengrün

Der Mann, der alles erfinden konnte, nur nicht sich selbst

Herder Verlag
Ersterscheinung Oktober 2023

Ulrich Chaussy

Das Oktoberfest-Attentat und der
Doppelmord von Erlangen

Wie Rechtsterrorismus und Antisemitismus seit 1980 verdrängt werden

Ch. Links Verlag
Ersterscheinung September 2020

Ulrich Chaussy

Nachbar Hitler

Führerkult und Heimatzerstörung am Obersalzberg

Ch. Links Verlag

Ulrich Chaussy

Rudi Dutschke. Die Biographie

Droemer Knaur Verlag

Ulrich Chaussy

Oktoberfest – Das Attentat

Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann

Ch. Links Verlag

Ulrich Chaussy

Ungelöst: Oktoberfest-Attentat

Die großen Kriminalfälle der Bundesrepublik – Feature von Ulrich Chaussy

Hörbuch Hamburg Verlag

Ulrich Chaussy – Gerd R. Ueberschär

Es lebe die Freiheit!

Die Geschichte der Weißen Rose

S. Fischer Verlag

Ulrich Chaussy

Der blinde Fleck. Das Oktoberfestattentat:
Strafverfolgung und Reaktionen in Politik und Öffentlichkeit

von Ulrich Chaussy erschienen in Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. von Winfried Nerdinger in Zusammenarbeit mit Mirjana Grdanjski und Ulla-Britta Vollhardt

Metropol-Verlag

Ulrich Chaussy

Obersalzberg

Vom Bergbauerndorf zum Führersperrgebiet. Zeitzeugen berichten von Ulrich Chaussy, Volker Dahm, und Albert A Feiber

Filme:

Ulrich Chaussy

Der blinde Fleck – Täter, Attentäter, Einzeltäter?

ein Film von Daniel Harrich, Drehbuch Ulrich Chaussy und Daniel Harrich

Ulrich Chaussy

Das Oktoberfest-Attentat

Das Oktoberfest-Attentat auf der Theresienwiese am 26. September 1980 ist mit 13 Toten und über 200 Verletzten der schwerste Anschlag in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Web-Dokumentation „Das Oktoberfest-Attentat. Spurensuche“ war zusammen mit dem Spielfilm „Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat“ und der TV-Dokumentation „Attentäter – Einzeltäter? Neues zum Oktobfestattentat“ Bestandteil eines transmedialen Projektes.

Autoren: Patricius Mayer, Daniel Harrich und Ulrich Chaussy