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Unter dem Titel „Was von Geschichte übrig bleibt – Filmische Reflexion von Aufständen und Opposition in der DDR, Ungarn und Polen vor und nach dem Fall der Mauer“ haben wir eine Auswahl von Filmen kuratiert, die sich mit den Aufständen in der DDR (17. Juni 1953), Polen (Streikbewegung 1980) und Ungarn (Ungarischer Volksaufstand 1956) beschäftigen.

Dabei war unsere Ausgangsfrage: War es damals überhaupt möglich, Filme zu diesen Themen zu machen, und wie unterscheiden sie sich von den Filmen über diese Themen, die seit dem Fall der Mauer entstanden sind?

MARCH 68 – R: Krzysztof Lang – PL – 2022
Eine Romeo-und-Julia-Geschichte vor dem Hintergrund studentischer Unruhen und staatlichem Antisemitismus im sozialistischen Polen des Jahres 1968. Hanias Vater wird Opfer einer antisemitischen Hetzkampagne, während Janeks Vater im Geheimdienst gegen die Demonstranten vorgeht. Der Film zeigt das Leben junger Leute, die zwischen Partys und Jazz von der Willkür der Staatsmacht bedroht sind. Dazu erzählen historische Archivaufnahmen von Warschau 1968 von dieser düsteren Zeit in der polnischen Geschichte.

Termin: 30. September 2023 20:15 Eintritt: Spende

DER MANN AUS EISEN – R: Andrzej Wajda – PL – 1981
Der polnische Solidarność-Film von Star-Regisseur Andrzej Wajda aus dem Jahr 1981! „Der Mann aus Eisen” gewann bei den Filmfestspielen von Cannes die Goldenen Palme und entstand während der kurzen Tauwetterperiode der kommunistischen Zensur, zwischen der Gründung der Solidarność im August 1980 und ihrer Zerschlagung im Dezember 1981. Clever nutzte Andrzej Wajda diese Phase um einen bemerkenswert kritischen Film zu schaffen, der den jungen Arbeiter Maciej Tomczyk auf der Suche nach seinem verhafteten Vater begleitet und dabei neben seiner politischen Botschaft vor allem auch filmisch eine Meisterleistung darstellt.

Termin: 18. November 20:15 Eintritt: Spende

TAGEBUCH FÜR MEINE ELTERN – R: Márta Mészáros – HU – 1984
Márta Mészáros‘ fein gewebtes Familiendrama, das 1984 in Cannes für eine kleine Sensation sorgte und den Preis der Jury gewinnen konnte. Die junge Juli findet nach dem Tod ihrer Eltern deren Tagebuch und entdeckt durch das Lesen ihre eigenen Wurzeln. In visuell melancholischer Atmosphäre entfaltet Mészáros ein präzise beobachtetes Porträt ihrer Zeit, während sie gleichzeitig einen tiefen Einblick in das Seelenleben der überwältigten Juli gibt.

Termin: 25. November 20:15 Eintritt: Spende

WEHE DEN BESIEGTEN – Der 17. Juni 1953 – R: Andrea Ritterbusch – DE – 1990
Den Anfang macht „Wehe den Besiegten – Der 17. Juni 1953”. Ein DEFA-Dokumentarfilm aus dem Jahr 1990. Tatsächlich wird in diesem Film der Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 dokumentiert. Überraschend offen werden Hintergründe und Auslöser des Aufstands aufgedeckt, wodurch erstmals ohne Zensur und politische Rücksichtnahme eine detailreiche Rekonstruktion der Ereignisse möglich war. Dabei greift der Film auf Archivmaterial und Schilderungen von Zeitzeugen zurück und leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte.

Termin: 2.Dezember 2023 20:15 Eintritt: Spende